Qualitätssicherung – vom ersten bis zum letzten Schritt der Produktion

Wussten Sie, wie viele verschiedene Checks und Prüfungen ein Gerät der PHYSIOMED GROUP durchläuft, bevor es sich auf den Weg in eine Physiopraxis oder ein Rehazentrum macht? Ein komplexes System für Qualitätsmanagement begleitet den gesamten Produktionsprozess – vom Wareneingang über jeden Schritt der Montage bis hin zu Verpackung und Versand. Wir haben in der Produktionsstätte Pirmasens dem Team für Qualitätssicherung über die Schulter geschaut.

„Qualität wird bei uns nicht nur kontrolliert, sondern gefertigt“, sagt Alexander Abst, Beauftragter für Qualitätsmanagement (QM) bei der PHYSIOMED GROUP. „Wir sind uns absolut bewusst, welch große Verantwortung wir tragen – für unsere Kunden und für jeden Patienten, der mit unseren Geräten in Kontakt kommt. Wenn etwas passiert, ist es zu spät. Deshalb legen wir allergrößten Wert darauf, im gesamten Produktionsprozess sauber zu arbeiten.“

Um Praxisbetreiberinnen, Physios und Patienten bestmögliche Sicherheit im Umgang mit Medizinprodukten zu gewährleisten, gelten strenge gesetzliche Regeln. Schon die Zulassung eines Medizinprodukts erweist sich als komplexer Vorgang, und die Abläufe in der Produktion werden regelmäßig im Rahmen einer Auditierung durch den TÜV-Süd oder eine andere benannte Stelle überprüft. Die PHYSIOMED GROUP hat ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem (QMS) über die gesamte Produktionskette entwickelt. Es umfasst 5 Phasen:

2. Fertigungskontrolle: Handwerk, Erfahrung und ein geschultes Auge

Pulverung eines Probeteils zur Qualitätssicherung. Foto: Marion Trutter

Gitterschnittprüfung für perfekte Beschichtung

Wenn alle Teile perfekt verschweißt sind, folgt der nächste Produktionsschritt: die Pulverbeschichtung. Auch sie wird sorgfältig kontrolliert, denn die Beschichtung muss eine bestimmte Stärke und Deckkraft haben, muss perfekt haften und darf keine durchscheinenden Stellen aufweisen. „Um die Haftfestigkeit zu kontrollieren, machen wir die sogenannte Gitterschnittprüfung, die wir exakt dokumentieren“, sagt der QM-Manager. „Hierzu wird ein Probeteil gepulvert und dann durch Schnitte mit einem speziellen Gitterschnittmesser so eingeritzt, dass ein Quadratmuster entsteht. Im Vergleich mit Vorlagen der ISO-Norm 2409 können wir dann sehen, ob alles richtig eingestellt ist oder ob wir noch etwas an den Bauteilen oder der Maschine anpassen müssen.“

Als Teil des Fertigungsprozesses werden vor der Montage auch Displays, Netzteile und andere Hightech-Bauteile überprüft, die von externen Firmen zugeliefert wurden. Hierbei kontrolliert der Werker jedes einzelne Teil auf seinen äußeren Zustand und seine Funktion, bevor es im Gerät verbaut wird.

3. Zwischenprüfung bei komplexen Geräten: die „Sicherheitsbremse“

Besonders anspruchsvolle Trainingsgeräte, wie etwa die proxomed-Linie compass 600, durchlaufen während der Produktion eine weitere Kontrollstufe. „Wir haben es bei solchen Geräten mit Hunderten Einzelteilen und vielen Einstellmöglichkeiten zu tun“, erklärt Alexander Abst. „Die müssen wir in verschiedenen Stadien der Produktion überprüfen, da man beim fertigen Gerät durch die Verkleidung nicht mehr alle relevanten Stellen erreicht. Deshalb haben wir eine Zwischenprüfung eingeführt.“

4. Endprüfung: die Stunde der Wahrheit

Geräte bereit zur Endprüfung. Foto: Marion Trutter

Bevor ein Produkt das Werk verlässt, muss es durch die härteste Kontrollinstanz: die Endprüfung. Hierbei wird das fertig montierte Gerät nach strengen Prüfprotokollen auf Herz und Nieren untersucht. Laufbänder werden zuvor noch einem mehrstündigen Dauertest unterzogen: definierte Zeit, definierte Geschwindigkeit und Strecke, definierte Belastung. Erst wenn das Gerät diese Ausdauerprüfung bestanden hat, kommt es in die Endkontrolle. Sie besteht für sämtliche proxomed- und ERGOFIT-Geräte aus 3 Schritten:

  1. Sichtprüfung: Jedes Gehäuse, jede Gewichtsplatte, jede wichtige Schraube, jede sensible Stelle wird nach einem feststehenden Prüfprotokoll gecheckt.
  2. Prüfung von Mechanik und Funktion: Sitze und Fußplatten verstellen, Rollen prüfen, Gurte kontrollieren, Rastbolzen testen, die Gewichtsplatten abstecken, Polster belasten. Alle mechanischen Funktionen werden einzeln kontrolliert. Dann führt der zuständige Kollege im Rahmen der Funktionsprüfung die vorgesehenen Übungen am Gerät durch – bis hin zur maximalen Trainingsbelastung.
  3. Elektrische Sicherheitsprüfung: Bei Medizinprodukten ist eine genau vorgegebene Kontrolle nach DIN EN 62353 üblich. Hierfür gibt es ein eigenes Prüfprotokoll.

Sämtliche während der Zwischen- und Endprüfung festgestellten Mängel werden akribisch dokumentiert. „So können wir eventuelle Schwachstellen aufspüren und eliminieren – sei es ein Fehler in der Montagebeschreibung, eine kurzfristige Änderung im Verfahren oder ein neuer Kollege, der an einem bestimmten Punkt noch vertiefte Schulung benötigt“, erklärt Alexander Abst. „Jedes Detail, das die Qualitätssicherung feststellt und dokumentiert, wird nachgearbeitet und abgestellt. Danach geht das Gerät erneut in die Prüfung, und erst wenn absolut keine Mängel mehr festzustellen sind, geben wir das Produkt frei.“

Nach Abschluss der Endprüfung erhält ein Gerät die Freigabe durch Unterzeichnung des Prüfprotokolls sowie das offizielle Typenschild. Das Produkt kann somit verkauft werden. Um gegenüber eventuellen Reklamationen gut abgesichert zu sein, wird in der Produktionsstätte der PHYSIOMED GROUP jedes einzelne Gerät auch noch abgefilmt: Optik, Funktion, Laufverhalten, Geräusche – alles. So entsteht ein lückenloser Nachweis, dass das Gerät das Werk in einwandfreiem Zustand verlassen hat.

5. Verpackung und Freigabe zum Versand: Qualität bis zur letzten Schraube

Veröffentlicht am 27.03.2026